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Coenzyme

NADH (Coenzym 1) im unabhängigen Test

Zelluläre Energieproduktion, Studienlage, Dosierung und Stabilität – ehrlich eingeordnet und ohne Heilversprechen.

| 14 Min. Lesezeit

Grundlagen

Was ist NADH?

NADH steht für Nicotinamidadenindinukleotid in seiner reduzierten Form. Es handelt sich um die biologisch aktive Variante von Vitamin B3 (Niacin) und wird in der Biochemie als Coenzym 1 bezeichnet – eine Benennung, die seine fundamentale Bedeutung im menschlichen Stoffwechsel widerspiegelt. NADH ist an über 1000 enzymatischen Reaktionen im Körper beteiligt und damit das am häufigsten vorkommende Coenzym in menschlichen Zellen überhaupt.

Um die Funktion von NADH zu verstehen, muss man das Redoxpaar NAD+/NADH betrachten. NAD+ (die oxidierte Form) und NADH (die reduzierte Form) wechseln im Stoffwechsel ständig zwischen diesen Zuständen. Wenn NAD+ in Stoffwechselreaktionen wie der Glykolyse oder dem Citratzyklus Elektronen und ein Wasserstoffatom aufnimmt, entsteht NADH. Diese Elektronen sind gewissermaßen gespeicherte Energie, die später in der mitochondrialen Atmungskette zur Erzeugung von ATP (Adenosintriphosphat) – der universellen Energiewährung der Zelle – genutzt wird.

Die Geschichte der NADH-Forschung ist eng mit dem österreichischen Mediziner Prof. Georg Birkmayer verbunden, der ab den 1990er-Jahren an der Universität Wien die therapeutischen Möglichkeiten von stabilisiertem NADH untersuchte. Birkmayer gilt als Pionier der NADH-Forschung und prägte den Begriff „Coenzym 1" für die öffentliche Wahrnehmung. Seine Arbeiten zur Parkinson-Erkrankung und zum Chronic Fatigue Syndrom legten den Grundstein für das heutige Interesse an NADH als Nahrungsergänzungsmittel.

Wichtig ist die Abgrenzung: NADH als Nahrungsergänzungsmittel ist nicht dasselbe wie Niacin (Vitamin B3) oder Nicotinamid-Ribosid (NR) und Nicotinamid-Mononukleotid (NMN), die als NAD+-Vorläufer fungieren. Während NR und NMN den NAD+-Spiegel erhöhen sollen, liefert NADH die bereits reduzierte, elektronenreiche Form direkt. Ob die orale Zufuhr von NADH den zellulären NADH-Pool tatsächlich signifikant beeinflusst, wird in der Fachwelt allerdings kontrovers diskutiert – ein Punkt, auf den wir in der Studiensektion näher eingehen.

Wissenschaft

Zelluläre Energieproduktion und ATP-Synthese

Die zentrale Rolle von NADH liegt in der mitochondrialen Energiegewinnung. Mitochondrien – oft als „Kraftwerke der Zelle" bezeichnet – sind die Organellen, in denen der Großteil der zellulären Energie in Form von ATP produziert wird. Der Prozess läuft in mehreren Schritten ab, in denen NADH eine Schlüsselposition einnimmt.

Citratzyklus (Krebs-Zyklus)

Im Citratzyklus, der in der mitochondrialen Matrix stattfindet, werden Nährstoffmoleküle (aus Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen) schrittweise oxidiert. Pro Durchlauf des Zyklus entstehen drei Moleküle NADH und ein Molekül FADH2. Diese Moleküle fungieren als Elektronenträger – sie speichern die bei der Oxidation freigesetzte Energie in Form von Elektronen, die anschließend an die Atmungskette weitergegeben werden.

Elektronentransportkette (Atmungskette)

Die Elektronentransportkette besteht aus vier Proteinkomplexen (Komplex I bis IV) in der inneren Mitochondrienmembran. NADH gibt seine Elektronen am Komplex I (NADH-Dehydrogenase) ab und wird dabei zu NAD+ oxidiert. Die Elektronen wandern anschließend über die Komplexe II, III und IV, wobei bei jedem Schritt Protonen (H+-Ionen) aus der mitochondrialen Matrix in den Intermembranraum gepumpt werden. Der resultierende Protonengradient treibt schließlich die ATP-Synthase an, die ADP und Phosphat zu ATP verbindet. Aus einem Molekül NADH entstehen rechnerisch etwa 2,5 Moleküle ATP.

Bedeutung für den Gesamtorganismus

Der menschliche Körper produziert täglich etwa 40 bis 70 kg ATP – eine erstaunliche Menge, die die Bedeutung der NADH-abhängigen Energieproduktion verdeutlicht. Organe mit hohem Energiebedarf wie Gehirn, Herz und Muskulatur sind besonders auf eine effiziente mitochondriale Funktion angewiesen. Ein Rückgang der NAD+/NADH-Verfügbarkeit wird in der Alternsforschung mit nachlassender Zellfunktion in Verbindung gebracht, wobei kausale Zusammenhänge noch nicht abschließend geklärt sind.

Neben der Energieproduktion ist NADH auch an der Biosynthese von Neurotransmittern beteiligt. Es wird als Cofaktor bei der Umwandlung von Tyrosin zu Dopamin und von Tryptophan zu Serotonin benötigt. Auch die körpereigene Produktion von Coenzym Q10 (Ubichinon) ist NADH-abhängig – ein Zusammenspiel, das die enge Verzahnung verschiedener Coenzyme im Zellstoffwechsel verdeutlicht.

SAHIKA NADH Coenzym 1 Kapseln – Verpackung mit 60 Kapseln

SAHIKA NADH (Coenzym 1) – 60 Kapseln mit stabilisiertem NADH für die zelluläre Energieproduktion.

Forschung

Studienlage – was sagt die Wissenschaft?

Die klinische Studienlage zu NADH ist im Vergleich zu vielen anderen Nahrungsergänzungsmitteln überschaubar. Es existieren einige kontrollierte Studien, die jedoch meist mit kleinen Teilnehmerzahlen durchgeführt wurden. Eine ehrliche Einordnung ist hier wichtig: Vielversprechende Ergebnisse sind nicht mit Beweisen gleichzusetzen.

Chronic Fatigue Syndrom (CFS)

Die bekannteste Studie zu NADH stammt von Forsyth et al. (1999) und wurde in den Annals of Allergy, Asthma & Immunology veröffentlicht. In dieser randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Crossover-Studie erhielten 26 Patienten mit Chronic Fatigue Syndrom über jeweils 4 Wochen entweder 10 mg NADH oder Placebo. In der NADH-Gruppe berichteten 8 von 26 Patienten (31 %) über eine Verbesserung der Symptome, verglichen mit 2 von 26 (8 %) in der Placebo-Gruppe. Obwohl der Unterschied statistisch signifikant war, ist die Teilnehmerzahl sehr klein und die Studiendauer kurz. Größere Replikationsstudien stehen aus.

Jet-Lag und Schlaf-Wach-Rhythmus

Eine Studie von Kay und Birkmayer untersuchte die Wirkung von NADH auf kognitive Leistungsfähigkeit und Wachheit nach Langstreckenflügen. Die Probanden, die 20 mg NADH sublingual erhielten, schnitten in kognitiven Tests besser ab als die Placebo-Gruppe. Die Studie deutet darauf hin, dass NADH die durch Schlafentzug beeinträchtigte kognitive Funktion unterstützen könnte. Allerdings war auch hier die Stichprobe begrenzt, und die sublinguale Applikationsform unterscheidet sich von der üblichen oralen Kapseleinnahme.

Kognitive Leistungsfähigkeit

Demarin et al. (2004) untersuchten in einer offenen Studie die Auswirkung von NADH auf die kognitive Leistung bei Patienten mit Alzheimer-Demenz. Nach 6 Monaten zeigten die Teilnehmer eine Verbesserung auf der Mattis Dementia Rating Scale. Da es sich um eine offene Studie ohne Kontrollgruppe handelte, sind die Ergebnisse nur eingeschränkt aussagekräftig. Placeboeffekte können nicht ausgeschlossen werden.

Einordnung der Studienlage

Die vorhandenen Studien liefern interessante Hinweise, sind aber keinesfalls als Beweis für eine therapeutische Wirksamkeit zu werten. Die Stichproben sind durchweg klein, Langzeitdaten fehlen weitgehend, und unabhängige Replikationen sind selten. Zudem ist die Frage, ob oral zugeführtes NADH die Zellen tatsächlich in relevanter Menge erreicht, wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. NADH ist kein zugelassenes Arzneimittel, und es existieren keine von der EFSA zugelassenen Health Claims für NADH-Präparate.

Anwendung

Dosierung und Einnahme

Die in Studien verwendeten Dosierungen von NADH reichen von 5 mg bis 20 mg pro Tag. Die gängigste Empfehlung für Nahrungsergänzungsmittel liegt bei 5 bis 10 mg täglich. Das hier bewertete SAHIKA-Produkt enthält 60 Kapseln. Ein entscheidender Unterschied zu vielen anderen Nahrungsergänzungsmitteln ist der Einnahmezeitpunkt: NADH sollte unbedingt auf nüchternen Magen eingenommen werden.

Produktdetails (SAHIKA)

  • 60 Kapseln pro Packung
  • NADH (Coenzym 1) – biologisch aktive Form
  • Reduzierte Form von Vitamin B3 (Niacin)
  • Stabilisierte Formulierung
  • Hersteller: Sahika Handels UG, Hamburg

Verzehrempfehlung

  • Morgens auf nüchternen Magen
  • Mind. 30 Min. vor dem Frühstück
  • Mit einem Glas Wasser unzerkaut
  • Kühl und trocken lagern

Warum nüchterne Einnahme?

NADH ist extrem säureempfindlich. Die Magensäure (pH-Wert ca. 1 bis 3) kann das Molekül innerhalb von Minuten zersetzen. Auf nüchternen Magen ist die Säureproduktion deutlich geringer als nach einer Mahlzeit, was die Chance erhöht, dass ein relevanter Anteil des NADH den Dünndarm erreicht, wo es absorbiert werden kann. Hochwertige Präparate verwenden zusätzlich magensaftresistente Kapseln, die den Wirkstoff erst im alkalischeren Milieu des Dünndarms freisetzen.

Kombination mit anderen Nährstoffen

NADH wird gelegentlich mit Coenzym Q10 kombiniert, da beide Substanzen an der mitochondrialen Elektronentransportkette beteiligt sind – NADH am Komplex I, Q10 als mobiler Elektronenträger zwischen den Komplexen. Ob eine gemeinsame Supplementierung Vorteile bietet, ist wissenschaftlich nicht belegt, erscheint aber aus biochemischer Sicht plausibel. Auch eine Kombination mit einem Multivitamin-Präparat ist möglich, sollte jedoch zeitlich versetzt erfolgen, um die nüchterne Einnahme von NADH nicht zu beeinträchtigen.

Infografik zu NADH – Rolle im Energiestoffwechsel, ATP-Synthese und Mitochondrien

NADH im Überblick: Vom Citratzyklus über die Elektronentransportkette bis zur ATP-Synthese.

Qualität

Qualitätsmerkmale – worauf beim Kauf achten?

NADH ist eines der anspruchsvollsten Nahrungsergänzungsmittel in Bezug auf Herstellung und Lagerung. Die Instabilität des Moleküls macht besondere Maßnahmen erforderlich, die sich direkt auf die Produktqualität auswirken. Bei kaum einem anderen Supplement ist der Unterschied zwischen einem hochwertigen und einem minderwertigen Produkt so gravierend.

Stabilisierungstechnologie

NADH ist extrem empfindlich gegenüber Licht, Feuchtigkeit, Wärme und Säuren. Hochwertige Präparate verwenden patentierte Stabilisierungsverfahren, bei denen NADH in einer schützenden Matrix (z. B. Chlorophyll, Bienenwachs oder spezielle Lipide) eingebettet wird. Ohne solche Stabilisierung kann der Wirkstoff bereits vor dem Verzehr seine biologische Aktivität verlieren.

Magensaftresistente Verkapselung

Da Magensäure NADH schnell zersetzt, ist eine magensaftresistente Kapselhülle essenziell. Diese löst sich erst im alkalischeren Milieu des Dünndarms auf und schützt den Wirkstoff vor der Zerstörung im Magen. Produkte ohne diesen Schutz sind fragwürdig, da ein Großteil des NADH die Absorption möglicherweise gar nicht erreicht.

Lagerungsbedingungen

NADH-Präparate sollten kühl (unter 25 Grad Celsius), trocken und lichtgeschützt gelagert werden. Einige Hersteller empfehlen sogar die Kühllagerung. Blisterverpackungen bieten besseren Schutz als Dosen, da jede Kapsel einzeln vor Feuchtigkeit und Luft geschützt ist.

Reinheit und Analysezertifikate

Seriöse Hersteller lassen den tatsächlichen NADH-Gehalt ihrer Produkte von unabhängigen Laboren prüfen und stellen Analysezertifikate (CoA) zur Verfügung. Dies ist besonders relevant, da NADH durch unsachgemäße Lagerung oder Herstellung seine Wirksamkeit verlieren kann, ohne dass dies äußerlich erkennbar wäre.

Herstellung in Deutschland/EU

Produktion unter GMP-Bedingungen in Deutschland oder der EU bietet höhere Sicherheit bezüglich Qualitätskontrollen. Das SAHIKA-Produkt wird von der Sahika Handels UG in Hamburg (Großneumarkt 20, 20459 Hamburg) hergestellt und unterliegt den strengen deutschen Lebensmittelvorschriften.

Ein häufiger Kritikpunkt an NADH-Präparaten betrifft die Bioverfügbarkeit. Selbst bei optimaler Formulierung ist unklar, welcher Anteil des oral zugeführten NADH tatsächlich in die Zellen gelangt. Das Molekül muss zunächst die Darmbarriere überwinden, den Blutkreislauf erreichen und schließlich in die Mitochondrien aufgenommen werden. Jeder dieser Schritte stellt eine potenzielle Hürde dar. Einige Forscher bezweifeln, dass oral zugeführtes NADH den zellulären NADH-Pool überhaupt messbar beeinflusst. Andere verweisen auf die klinischen Studien, die trotz dieser theoretischen Einwände positive Effekte zeigten. Für weitere Informationen zur Rolle von Coenzymen im Energiestoffwechsel empfehlen wir unseren Artikel über Coenzym Q10.

Sicherheit

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

NADH gilt in den üblichen Dosierungen (5 bis 20 mg täglich) als gut verträglich. Die vorliegenden Studien berichten über keine schwerwiegenden Nebenwirkungen. Dennoch sind mögliche Risiken nicht auszuschließen, insbesondere da Langzeitdaten weitgehend fehlen.

Bekannte Nebenwirkungen

Magen-Darm-Beschwerden: Vereinzelt wurden Übelkeit, Blähungen oder Durchfall berichtet, insbesondere bei nicht-nüchterner Einnahme oder ungewöhnlich hohen Dosierungen.

Unruhe und Schlafprobleme: Da NADH die zelluläre Energieproduktion unterstützt, kann eine Einnahme am späten Nachmittag oder Abend bei empfindlichen Personen zu Einschlafproblemen führen. Daher wird die morgendliche Einnahme empfohlen.

Kopfschmerzen: In Einzelfällen wurden leichte Kopfschmerzen zu Beginn der Einnahme berichtet. Diese klingen meist innerhalb weniger Tage ab.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Aufgrund der begrenzten Studienlage sind mögliche Wechselwirkungen nicht vollständig erfasst. Theoretisch könnten Interaktionen mit folgenden Medikamentengruppen auftreten: Blutdrucksenker (NADH könnte den Blutdruck zusätzlich senken), Antidiabetika (mögliche Beeinflussung des Blutzuckerspiegels) und MAO-Hemmer (da NADH die Dopaminproduktion beeinflussen könnte). Personen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten vor der NADH-Supplementierung unbedingt ärztlichen Rat einholen.

Kontraindikationen

Aufgrund fehlender Sicherheitsdaten wird von der Einnahme in folgenden Fällen abgeraten: Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber einem der Inhaltsstoffe sowie vor operativen Eingriffen (Absetzung mindestens 2 Wochen vorher empfohlen). Generell sollte die Einnahme immer mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.

Nahaufnahme einer SAHIKA NADH Kapsel – stabilisiertes Coenzym 1

Stabilisiertes NADH in magensaftresistenter Kapsel – Schutz vor Zersetzung durch Magensäure und Feuchtigkeit.

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Ergänzende Nährstoffe

NADH steht in engem biochemischen Zusammenhang mit mehreren anderen Nährstoffen. Coenzym Q10 arbeitet in der mitochondrialen Atmungskette eng mit NADH zusammen – während NADH am Komplex I Elektronen abgibt, transportiert Q10 diese als mobiler Träger weiter zu Komplex III. Spermidin ist ein weiterer Stoff, der mit der zellulären Erneuerung (Autophagie) in Verbindung gebracht wird und damit das Thema Zellgesundheit aus einer anderen Perspektive beleuchtet. Ein breit aufgestelltes Multivitamin-Präparat kann die B-Vitamin-Versorgung sicherstellen, aus der der Körper über mehrere Stoffwechselschritte NAD+ und NADH synthetisiert.

Häufige Fragen

FAQ zu NADH (Coenzym 1)

Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Bitte konsultieren Sie vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln Ihren Arzt, insbesondere wenn Sie Medikamente einnehmen, schwanger sind oder stillen.