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Coenzyme

Coenzym Q10 (Ubiquinon)

Schlüsselenzym der mitochondrialen Energiegewinnung – Studienlage, Dosierung und Qualitätsmerkmale unabhängig bewertet.

8 Min. Lesezeit

Grundlagen

Was ist Coenzym Q10?

Coenzym Q10, auch bekannt als Ubichinon oder Ubiquinon, ist eine vitaminähnliche Substanz, die in praktisch jeder Zelle des menschlichen Körpers vorkommt. Der Name verrät bereits viel: „Ubi" steht für „überall" (lateinisch: ubique), und tatsächlich ist Q10 an einem der fundamentalsten Prozesse des Lebens beteiligt – der zellulären Energiegewinnung.

In den Mitochondrien, den Kraftwerken unserer Zellen, spielt Q10 eine zentrale Rolle in der sogenannten Atmungskette (Elektronentransportkette). Hier fungiert es als Elektronenüberträger zwischen den Enzymkomplexen I, II und III. Ohne diesen Shuttle-Dienst könnte der Körper kein Adenosintriphosphat (ATP) produzieren – den universellen Energieträger, der jede Muskelkontraktion, jeden Herzschlag und jeden Denkprozess antreibt.

Besonders hohe Q10-Konzentrationen finden sich in Organen mit hohem Energiebedarf: dem Herzen, der Leber, den Nieren und der Skelettmuskulatur. Das Herz, das rund um die Uhr arbeitet und dabei enorme Mengen ATP verbraucht, ist auf eine ausreichende Q10-Versorgung angewiesen.

Der Körper kann Q10 selbst synthetisieren – ein komplexer Prozess, an dem unter anderem das Enzym HMG-CoA-Reduktase beteiligt ist. Allerdings nimmt diese körpereigene Produktion mit dem Alter ab. Ab dem 40. Lebensjahr sinkt der Q10-Spiegel messbar, im Herzgewebe kann der Rückgang bis zum 80. Lebensjahr bis zu 50 Prozent betragen. Dieser natürliche Rückgang hat dazu geführt, dass Q10 als Nahrungsergänzungsmittel zunehmend an Bedeutung gewonnen hat.

Formen im Vergleich

Ubiquinon vs. Ubiquinol

Wer sich mit Q10 beschäftigt, stößt schnell auf zwei Begriffe: Ubiquinon und Ubiquinol. Der Unterschied ist chemisch einfach, in der Praxis aber relevant: Ubiquinon ist die oxidierte Form, Ubiquinol die reduzierte, aktive Form. Im Körper pendelt Q10 ständig zwischen beiden Zuständen – es nimmt Elektronen auf (wird zu Ubiquinol) und gibt sie wieder ab (wird zu Ubiquinon). Genau dieses Wechselspiel macht Q10 sowohl als Energieüberträger als auch als Antioxidans wirksam.

Ubiquinon

  • Oxidierte, stabile Form
  • Am längsten erforscht
  • Günstiger in der Herstellung
  • Wird im Körper zu Ubiquinol umgewandelt

Ubiquinol

  • Reduzierte, aktive Form
  • Höhere Bioverfügbarkeit
  • Empfindlicher gegen Oxidation
  • Deutlich teurer

In Studien zur Bioverfügbarkeit zeigt Ubiquinol in der Regel höhere Plasmaspiegel als die gleiche Dosis Ubiquinon. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass es auch wirksamer ist. Die meisten großen klinischen Studien – darunter die bedeutende Q-SYMBIO-Studie – wurden mit Ubiquinon durchgeführt. Bei gesunden Menschen unter 40 funktioniert die körpereigene Umwandlung von Ubiquinon zu Ubiquinol in der Regel problemlos.

Für ältere Menschen oder Personen mit bestimmten Erkrankungen kann Ubiquinol die sinnvollere Wahl sein, da die Umwandlungskapazität mit dem Alter nachlassen kann. Das vorliegende SAHIKA-Produkt setzt auf Ubiquinon – die am besten erforschte und stabilste Form.

SAHIKA Coenzym Q10 Kapseln – Produktverpackung mit 60 Kapseln Ubiquinon

SAHIKA Coenzym Q10 – 60 Kapseln mit Ubiquinon. Hersteller: Sahika Handels UG, Großneumarkt 20, 20459 Hamburg.

Wissenschaft

Studienlage zu Coenzym Q10

Q10 gehört zu den am besten untersuchten Nahrungsergänzungsmitteln. Die Studienlage ist umfangreich, wobei die Evidenz je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich stark ausfällt. Eine ehrliche Einordnung:

Herzinsuffizienz – Die Q-SYMBIO-Studie

Die bekannteste Studie zu Q10 ist die Q-SYMBIO-Studie (Mortensen et al., 2014), eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Multicenterstudie mit 420 Patienten aus neun Ländern. Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz erhielten über zwei Jahre täglich 3 x 100 mg Coenzym Q10 oder ein Placebo, jeweils zusätzlich zur Standardtherapie. Die Ergebnisse waren bemerkenswert: In der Q10-Gruppe traten signifikant weniger schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse auf (15 % vs. 26 %), und die kardiovaskuläre Mortalität war deutlich reduziert (9 % vs. 16 %).

Es ist jedoch wichtig, diese Ergebnisse einzuordnen: Die Studie war verhältnismäßig klein, und größere Bestätigungsstudien stehen noch aus. Zudem bezieht sich die Studie auf Patienten mit diagnostizierter Herzinsuffizienz – ein Rückschluss auf gesunde Menschen ist nicht zulässig. Dennoch hat Q-SYMBIO die wissenschaftliche Diskussion um Q10 und Herzgesundheit maßgeblich beeinflusst.

Statin-assoziierte Muskelbeschwerden

Statine, die am häufigsten verschriebene Medikamentengruppe weltweit, hemmen das Enzym HMG-CoA-Reduktase. Dieses Enzym ist nicht nur für die Cholesterinsynthese zuständig, sondern auch für die körpereigene Q10-Produktion. Es liegt daher nahe, dass eine Statin-Therapie den Q10-Spiegel senkt – und tatsächlich zeigen mehrere Studien genau das.

Bis zu 30 Prozent der Statin-Anwender berichten über Muskelbeschwerden (Myalgien). Eine Metaanalyse von Qu et al. (2018) kam zu dem Schluss, dass eine begleitende Q10-Supplementierung die Schwere dieser Beschwerden reduzieren kann. Die Evidenz ist hier allerdings gemischt: Nicht alle Studien konnten einen klaren Effekt nachweisen. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie empfiehlt derzeit keine generelle Q10-Supplementierung bei Statin-Therapie, schließt sie aber auch nicht aus.

Migräne

Ein weiteres Forschungsfeld ist die Migräneprophylaxe. Einige Studien, darunter eine randomisierte Studie von Sandor et al. (2005), zeigten, dass eine Supplementierung mit 300 mg Q10 täglich die Anzahl der Migränetage signifikant reduzieren konnte. Die Kanadische Kopfschmerzgesellschaft und einige europäische Leitlinien erwähnen Q10 als mögliche ergänzende Option. Die Evidenz gilt als vielversprechend, aber noch nicht abschließend gesichert.

Antioxidative Wirkung

In seiner reduzierten Form (Ubiquinol) ist Q10 ein potentes, fettlösliches Antioxidans, das Zellmembranen und LDL-Cholesterin vor oxidativer Schädigung schützen kann. Dieser Mechanismus ist biochemisch gut belegt. Ob sich daraus ein klinisch relevanter Schutzeffekt bei gesunden Menschen ergibt, ist Gegenstand laufender Forschung und kann derzeit nicht mit Sicherheit beantwortet werden.

Praxis

Dosierung und Einnahme

Die in der Literatur und in klinischen Studien am häufigsten verwendeten Dosierungen liegen zwischen 100 und 300 mg pro Tag. Für die allgemeine Supplementierung werden oft 100 bis 200 mg täglich empfohlen. In der Q-SYMBIO-Studie zur Herzinsuffizienz kamen 300 mg pro Tag zum Einsatz, aufgeteilt auf drei Einzeldosen.

Hinweise zur Einnahme

Mit Fett einnehmen: Q10 ist fettlöslich. Die Aufnahme verbessert sich deutlich, wenn die Kapseln zu einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden. Studien zeigen, dass die Bioverfügbarkeit um den Faktor 2 bis 3 steigen kann.

Tageszeit: Es gibt keine strenge Vorgabe, allerdings empfiehlt sich die Einnahme morgens oder mittags, da Q10 an der Energieproduktion beteiligt ist und bei empfindlichen Personen abends den Schlaf beeinflussen könnte.

Aufbauphase: Ein spürbarer Anstieg des Q10-Spiegels im Gewebe erfolgt nicht sofort. In Studien wird meist ein Zeitraum von vier bis zwölf Wochen angegeben, bis stabile Gewebespiegel erreicht werden.

Produktinfo: Das SAHIKA Coenzym Q10 Produkt enthält 60 Kapseln mit Ubiquinon. Die genaue Dosierung pro Kapsel entnehmen Sie bitte dem Etikett.

Wichtig: Die hier genannten Dosierungen stammen aus der Fachliteratur und stellen keine medizinische Empfehlung dar. Bei bestehenden Erkrankungen oder gleichzeitiger Medikamenteneinnahme sollte die Dosierung mit einem Arzt abgestimmt werden. Insbesondere bei der Einnahme von NADH (Coenzym 1) oder anderen Coenzymen empfiehlt sich eine individuelle Beratung.

Infografik zu Coenzym Q10 – Rolle in der mitochondrialen Atmungskette und Energiegewinnung

Q10 fungiert als Elektronenüberträger in der mitochondrialen Atmungskette und ist essenziell für die ATP-Produktion.

Qualität

Qualitätsmerkmale bei Coenzym Q10

Nicht jedes Q10-Präparat ist gleich. Es gibt erhebliche Qualitätsunterschiede, die sich auf Reinheit, Bioverfügbarkeit und Wirksamkeit auswirken können. Worauf sollte man achten?

Fermentation vs. chemische Synthese

Coenzym Q10 kann auf zwei Wegen hergestellt werden: durch mikrobielle Fermentation (mit Hefekulturen) oder durch chemische Synthese. Die Fermentation erzeugt die natürliche, trans-isomere Form von Q10 – identisch mit dem körpereigenen Q10. Chemisch synthetisiertes Q10 kann hingegen ein Gemisch aus trans- und cis-Isomeren enthalten, wobei das cis-Isomer in der Natur nicht vorkommt und biologisch weniger relevant ist. Hochwertige Präparate setzen auf fermentativ hergestelltes Q10.

Bioverfügbarkeit

Da Q10 fettlöslich und zudem ein relativ großes Molekül ist, stellt die Bioverfügbarkeit eine Herausforderung dar. Kristallines Q10-Pulver allein wird schlecht absorbiert. Gängige Strategien zur Verbesserung der Aufnahme umfassen die Einbettung in Ölmatrizen, die Verwendung von Emulsionen oder den Einsatz von Nanoformulierungen. Bei Kapselprodukten empfiehlt sich daher die Kombination mit einem Trägeröl.

Reinheit und Transparenz

Seriöse Hersteller lassen ihre Produkte von unabhängigen Laboren analysieren und veröffentlichen die Ergebnisse. Relevante Prüfkriterien sind der tatsächliche Q10-Gehalt (stimmt er mit der Deklaration überein?), Schwermetallbelastung, mikrobiologische Reinheit und das Fehlen von Lösungsmittelrückständen. In Europa unterliegen Nahrungsergänzungsmittel der EU-Richtlinie 2002/46/EG – innerhalb dieses Rahmens variiert die Qualität jedoch erheblich.

Wer sich vertieft mit Qualitätsstandards bei Supplements beschäftigen möchte, findet in unserem Artikel zu Omega 3 Algenöl weitere Informationen zum Thema Reinheitsanalysen und Schadstofffreiheit.

Sicherheit

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Coenzym Q10 gilt grundsätzlich als gut verträglich. In klinischen Studien wurden selbst Dosen von 1.200 mg täglich über längere Zeiträume ohne schwerwiegende Nebenwirkungen eingesetzt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Q10 als sicher eingestuft.

Mögliche Nebenwirkungen

  • Leichte Magen-Darm-Beschwerden (selten)
  • Übelkeit bei Einnahme auf nüchternen Magen
  • Schlaflosigkeit bei abendlicher Einnahme (Einzelfälle)

Wechselwirkungen

  • Warfarin/Cumarine: Q10 kann die Wirkung abschwächen
  • Statine: Senken Q10-Spiegel (s.o.)
  • Antihypertensiva: Zusätzliche Blutdrucksenkung möglich

Personen, die Blutverdünner vom Cumarin-Typ (z.B. Marcumar, Warfarin) einnehmen, sollten eine Q10-Supplementierung unbedingt mit ihrem Arzt besprechen. Q10 hat eine ähnliche chemische Struktur wie Vitamin K und kann die gerinnungshemmende Wirkung dieser Medikamente beeinflussen. Auch bei blutdrucksenkenden Medikamenten ist Vorsicht geboten, da Q10 in einigen Studien eine leichte blutdrucksenkende Wirkung zeigte.

Schwangere und Stillende sollten mangels ausreichender Studiendaten auf eine Supplementierung verzichten oder ärztlichen Rat einholen. Weitere Informationen zu Wechselwirkungen bei Nahrungsergänzungsmitteln finden Sie in unserem Artikel zu Magnesium, wo wir das Thema Supplementinteraktionen ebenfalls ausführlich behandeln.

Nahaufnahme einer SAHIKA Coenzym Q10 Kapsel – gelbe Kapsel mit Ubiquinon

Detailaufnahme der Q10-Kapsel. Die gelb-orange Färbung ist typisch für Ubiquinon und ein Indikator für den natürlichen Wirkstoff.

Häufige Fragen

FAQ zu Coenzym Q10

Was ist der Unterschied zwischen Ubiquinon und Ubiquinol?

Ubiquinon ist die oxidierte Form von Coenzym Q10, Ubiquinol die reduzierte, aktive Form. Der Körper kann Ubiquinon in Ubiquinol umwandeln. Ubiquinol gilt als besser bioverfügbar, ist aber auch deutlich teurer und weniger stabil. Bei gesunden Menschen unter 40 Jahren ist die Umwandlung in der Regel unproblematisch.

Ab welchem Alter sinkt die körpereigene Q10-Produktion?

Die körpereigene Synthese von Coenzym Q10 erreicht ihren Höhepunkt etwa im Alter von 20 bis 25 Jahren. Ab dem 40. Lebensjahr nimmt die Produktion merklich ab. Im Herzmuskel kann der Q10-Gehalt bis zum 80. Lebensjahr um bis zu 50 Prozent sinken.

Wie sollte man Coenzym Q10 einnehmen?

Coenzym Q10 ist fettlöslich und sollte idealerweise zu einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden. Das verbessert die Aufnahme im Darm erheblich. Die übliche Tagesdosis liegt bei 100 bis 200 mg. Eine Einnahme auf nüchternen Magen ist nicht empfehlenswert, da die Bioverfügbarkeit darunter leidet.

Gibt es Wechselwirkungen zwischen Q10 und Statinen?

Ja. Statine (Cholesterinsenker) hemmen das Enzym HMG-CoA-Reduktase, das nicht nur an der Cholesterinsynthese, sondern auch an der körpereigenen Q10-Produktion beteiligt ist. Mehrere Studien deuten darauf hin, dass eine begleitende Q10-Einnahme die häufig auftretenden Muskelbeschwerden unter Statintherapie lindern kann. Eine Absprache mit dem behandelnden Arzt ist empfehlenswert.

Ist Coenzym Q10 sicher?

Coenzym Q10 gilt als gut verträglich. In Studien wurden Dosen bis 1.200 mg täglich über längere Zeiträume ohne schwerwiegende Nebenwirkungen eingesetzt. Gelegentlich werden leichte Magen-Darm-Beschwerden berichtet. Personen, die Blutverdünner (insbesondere Warfarin) einnehmen, sollten vor der Einnahme ärztlichen Rat einholen.

Was sagt die Q-SYMBIO-Studie über Q10 aus?

Die Q-SYMBIO-Studie (2014) untersuchte 420 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz über zwei Jahre. Die Gruppe, die täglich 300 mg Q10 erhielt, zeigte eine signifikante Reduktion schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse. Es handelt sich um eine der am häufigsten zitierten Studien zu Q10, jedoch sind größere Folgestudien nötig, um die Ergebnisse zu bestätigen.

Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen zur Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.